Bewegung, Begegnung und bewusste Auseinandersetzung prägten in den vergangenen Wochen den Schulalltag der Klassen 9 und 10 an der Schillerschule Onstmettingen. Im Rahmen des pädagogischen Projekts „Rangeln und Raufen“, das von der Schulsozialarbeit organisiert und durchgeführt wurde, setzten sich die Jugendlichen intensiv mit sozialen Kompetenzen, Selbstwahrnehmung und verantwortungsvollem Handeln auseinander. Das Projekt erfolgte in enger Absprache und mit aktiver Mitwirkung der Lehrkräfte.
Zu Beginn des Projekts wurde eine gemeinsame Grundlage geschaffen: das RAD – Respekt, Aufmerksamkeit und Disziplin. Diese drei Prinzipien bildeten die Basis für alle folgenden Übungen und Begegnungen. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten gemeinsam, was respektvolles Verhalten bedeutet, warum Aufmerksamkeit für sich selbst und andere wichtig ist und wie Disziplin dazu beiträgt, Konflikte fair und sicher auszutragen.
Was zunächst nach körperlicher Auseinandersetzung klingt, entfaltete sich schnell als gezieltes Training für ein gelingendes Miteinander. Über mehrere Wochen hinweg beschäftigten sich die Jugendlichen mit zentralen Fragen des Zusammenlebens: Wie gehe ich mit Konflikten um? Wie viel Kraft ist angemessen? Wo liegen meine eigenen Grenzen und wie erkenne und respektiere ich die der anderen?
In spielerischen Bewegungsübungen, kooperativen Aufgaben und kontrollierten Raufspielen erfuhren die Teilnehmenden, dass körperlicher Kontakt nicht aggressiv sein muss. Vielmehr konnten sie erleben, wie Vertrauen, Fairness und gegenseitiger Respekt wachsen, wenn klare Regeln eingehalten werden. Feste Rituale gehörten dabei selbstverständlich dazu: Vor jeder Übung wurden Regeln eingefordert, nach jeder Einheit das Erlebte gemeinsam reflektiert.




Ein zentrales Element des Projekts war der sogenannte „innere Schiedsrichter“. Er unterstützte die Jugendlichen dabei, das eigene Handeln zu überprüfen, Verantwortung zu übernehmen und Fehler einzugestehen. Auch das bewusste Entschuldigen wurde als wichtiger Bestandteil eines fairen und respektvollen Umgangs miteinander erlebt.
Das Projekt konnte erfolgreich im Klassenzimmer umgesetzt werden. Die Übungen wurden an die räumlichen Gegebenheiten angepasst und stets angeleitet und begleitet. Sicherheit, Freiwilligkeit und gegenseitiger Respekt standen jederzeit im Vordergrund. Niemand musste teilnehmen, persönliche Grenzen wurden akzeptiert und geschlechtergetrenntes Arbeiten war möglich.
Das Projekt „Rangeln und Raufen“ zeigte eindrucksvoll, wie bewegungsorientierte Angebote das soziale Lernen im schulischen Alltag bereichern können. Die Jugendlichen stärkten ihre Selbstwahrnehmung, entdeckten eigene Stärken und erprobten neue Wege im Umgang mit Konflikten. Erfahrungen, die weit über das Projekt hinauswirken und das Miteinander an der Schillerschule nachhaltig prägen.
